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31.05.2005
Bericht vom 3. Lauf zur Deutschen Autocross Meisterschaft am 29. Mai 2005 in Klosterfelde
Auch in diesem Jahr hielt der zwischen Cheforganisator Hans Raeb und Petrus geschlossene Pakt für schönes Wetter. Strahlender Sonnenschein und schon fast erdrückende Hitze am Samstag und etwas erträglicher dann am Sonntag, dem eigentlichen Renntag. Aber, wo Licht ist, ist eben auch Schatten und so waren leider mehr Menschen an die umliegenden Badeseen gezogen, anstatt in den „Wukuhlen“ spannenden Autocross-Sport zu erleben.
Auch seitens der aktiven Fahrer hatte man mit mehr Zuspruch gerechnet. Aber, man hatte Vorsorge getroffen und im Rahmenprogramm neben der bekannten Trabantengruppe auch noch einige Fahrer eine „Freien Szene“ eingeladen, sodass der Renntag zeitlich gut ausgefüllt war und damit den Zuschauern jederzeit überwiegend spannende Rennen geboten werden konnten. Allerdings waren die „Geräte“ dieser „Freien“ nicht gerade positive Werbeträger für den geregelten Autocrosssport.
Als außerordentlich gut erwies sich die neue Klasseneinteilung, die alle Serientourenwagen unabhängig von ihrem Hubraum und die Spezialcrossfahrzeuge über 1400 ccm, jeweils in einer Klasse zusammenfaßte. Für einen Ausgleich der natürlich unterschiedlichen Motorleistungen sorgten hubraumbezogene Mindestgewichte.

Den Auftakt machten die Junioren in den Cross- bzw. Junior-Karts.
In einer Art Übergangsreglement sind in dieser Saison ja Cross-Karts mit 2CV-Motor und Junior-Karts mit gedrosseltem Motorradmotor für 12- bis 18-jährige Jugendliche in gemeinsamer Wertung zugelassen.
Sabrina Straub trat mit einem blitzsauber, von Spitznagel neu aufgebautem Cross-Kart an, während Torsten Schulze seine beiden Söhne Stefan und Willy in den neuartigen Juniorkarts an den Start schickte. Was eigentlich Keiner so erwartet hatte, zeigte sich ganz deutlich, die alten Cross-Karts waren den Junior-Karts deutlich überlegen. Sabrina Straub hatte überhaupt keine Mühe, locker vornweg zu fahren und auch Sönke Göde hielt die beiden Juniorkarts locker auf Distanz.
Auch im 2. Lauf dann das gleiche Bild, wobei Willi Schulze nach 6 und Stefan Schulze nach 7 Runden das Rennen vorzeitig beenden mussten.. Hier muss sich also sowohl in Bezug auf das Reglement als auch auf die Technik noch einiges ändern.
Immerhin konnte im Finale Stefan Schulze hinter Sabrina Straub und vor Sönke Glöde aus Stadtallendorf den 2. Platz belegen.

Die Serientourenwagen der Klasse 1 mussten auf Grund der Starterzahl in zwei Gruppen aufgeteilt werden.
Gleich in der ersten Gruppe ging es hart aber fair zur Sache. Der Vorjahresmeister Domenic Bendix wird am Start von Mario Detzer gepackt, aber Bendix kann kontern und setzt sich in der 3. Runde an die Spitze. Aber die Freude währt nicht lange, Detzer kommt wieder vor und fährt mit kühlem Kopf sein Rennen zu Ende. Bendix folgt mit 0,86 sec. Rückstand auf Platz zwei.
Lokalmatador Uwe Wagner mutete seinem Porsche bereits am Start zu viel Kraftentfaltung zu. Es krachte einmal im Getriebe und jeglicher Vortrieb ging verloren. Der Schwung reichte gerade mal bis zur Streckenausfahrt wenige Meter nach dem Start. Damit war die Bahn frei für Markus Ruppel, der unangefochten vor David Kallauch, Thomas Schulz und Stefanie Benker seine Kreise zog und somit auch als Erster nach acht Runden die Ziellinie überquerte.

Auch im 2. Wertungslauf dominierte in Gruppe 1 Mario Detzer im VW-Golf. Mit fast einer halben Minute Rückstand kam Domenic Bendix als Zweiter ins Ziel. Die weiteren Plätze belegten die Herren Marco Gebhardt, Rene Krüger und Jürgen Spaans.
In der 2. Gruppe gewann Markus Ruppel in einer ähnlich guten Zeit wie Mario Detzer, vor David Kallauch und Thomas Schulz ganz knapp gefolgt von Stefanie Benker.
Der Finallauf der Serientourenwagen sah 9 Fahrzeuge am Start. Natürlich wieder ein harter Fight zwischen Mario Detzer und Domenic Bendix. Der kleine Corsa hing dem Golf jederzeit im Nacken und lauerte auf seine Chance. Aber der schnelle Mario aus Wächtersbach paßte auf, gab seinem Kontrahenten keinerlei Blöße und verteidigte seinen knappen Vorsprung bis ins Ziel. Der Abstand betrug am Ende gerade mal 1,33 Sekunden. Mit weiterem Abstand folgten Markus Ruppel aus Gründau, Marco Gebhardt im Nissan aus Stadtallendorf, Rene Krüger aus Halle und Thomas Schulz im Citroen. Thomas Alexiewicz musste nach 8 und David Kallauch aus Ortrand nach 7 Runden aufgeben. Stefanie Benker gelangen gar nur 4 Runden und bekam dadurch keine Wertung, da ja bekanntlich mindestens 50 % der Gesamtdistanz zurück gelegt sein müssen.

Die Supertourenwagen der Klasse 2 waren mit 3 Fahrzeugen in der Tat zu dünn besetzt, boten dafür aber um so mehr spannenden Sport. Wenn sich auch vom Start weg die Reihenfolge Rene Schlöffel, Martin Fürst und Dirk Günther bildete und dies dann auch nach 8 Runden der Zieleinlauf war, so war es doch eine Augenweide, diese leistungsstarken Tourenwagen miteinander kämpfen zu sehen. Besonders die schnellen Drifts in den Kurven im oberen Teil der Strecke waren Off-Roadsport vom Feinsten.
Auch im 2. Wertungslauf ein ähnliches Bild. Einziger Unterschied : Dirk Günther konnte diesmal Martin Fürst im Schach halten. Am souveränen Sieg von Rene Schlöffel änderte sich dadurch nichts. Im Finale waren dann leider nur zwei Fahrzeuge zu sehen. Dirk Günther fehlte. Klar, dass Rene Schlöffel auch hier nichts anbrennen ließ und Martin Fürst nach 10 heißen Runden auf Platz 2 verwies. In der Klasse 3 Spezialautocrossfahzeuge bis 1400 ccm waren immerhin 4 Autos am Start.
Frank Meinzl vom MSC Siegbachtal setzte sich sofort an die Spitze, zunächst hart bedrängt von Daniel Naumann, Carsten Riemenschneider und Mirko Fiedler. Im Laufe der 8 Runden konnte Meinzl sich aber immer weiter absetzen und gewann schließlich unangefochten mit fast 4 Sek. Vorsprung vor Naumann. Mirko Fiedler waren sogar 17 Sekunden und Carsten Riemenschneider 27 Sekunden zurück.
Im 2. Lauf das gleiche Bild: Meinzl vornweg, Naumann und Riemenschneider hinterher.
Carsten Riemenschneider knabberte mehrmals an der zweiten Position, konnte aber nicht an Naumann vorbei kommen. Mirko Fiedler schied nach 3 Runden aus und konnte somit nicht gewertet werden.

Klasse 4 heißt Spezialautocrossfahrzeuge über 1400 ccm. Auch hier nur 4 Fahrzeuge am Start. Im ersten Wertungslauf setzte Carsten Schlöffel die Maßstäbe. Er absolvierte innerhalb dieser Viererbande die vorgeschriebenen 8 Runden in 5:35.46, während Erich Faul 13,33 Sekunden und Rico Richter 28,31 Sekunden länger benötigten. Für Markus Rausch war nach der 5. Runde die Angelegenheit vorbei. Sven Christmann hatte Elektronikprobleme und war gar nicht erst zum 1. Lauf angetreten.
Im 2. Lauf funktionierte der Drehzahlgeber aber wieder und er zeigte, was er zu leisten im Stande ist, wenn sein Motor richtig funktioniert. Erich Faul konnte diesen Lauf zwar gewinnen, aber Christmann war nur 1,22 Sek. dahinter. Rausch u. Rico Richter auf Platz 3 u 4.

Alle warteten nun auf das Finale der Spezialautocrosser.
Carsten Schlöffel und Markus Rausch stoben wie die Wilden davon. Nur noch Staub und ein paar rote Lampen zu sehen. Aber schon aus der 1. Runde kam Sven Christmann als Erster zurück. Dahinter Frank Meinzl, Erich Faul und Carsten Riemenschneider. Es entwickelte sich eine wilde Jagd. Atemberaubend, wie die Spezies wie an einer Perlenschnur gezogen, aber bis aufs Letzte miteinander kämpfend den Berg vor Start und Ziel herunter geflogen kamen. Wirklich packender Autocross Sport und bestimmt eine unglaubliche Belastung für Fahrer und Material. So ging es Runde um Runde, allein an den Positionen änderte sich nichts mehr.
Dann der Zieleinlauf: Eben abgewunken tat es einen Knall und der Motor von Christmann stand still. Wieder der gleiche Defekt. Egal, das Finale war gewonnen und Kerstin Hellström die ehemalige sehr erfolgreiche Auto- und Rallycrosspilotin konnte ihren Schatz mit einem dicken Kuss beglückwünschen.

Eberhard Rast, den 31. Mai 2005
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