Malerische gelegen, inmitten einer reizvollen Waldlandschaft präsentierte sich die Rennstrecke "Am Kutschenberg" des Motorsportclubs GV Ortrand e.V. im ADAC.
Die Helfer rund um den Clubchef Ingo Damm hatten alles getan, um die Strecke gut
zu präparieren, die gesamte Organisation war bestens aufgestellt und so blieb als Unsicherheitsfaktor nur der Wettergott, von dem man ja nie genau weiß, ob er die Prognosen der Wetterfrösche immer eins zu eins umsetzt. Aber, soviel sei gleich zu Anfang gesagt, es blieb trocken, nur gegen Schluß der Veranstaltung gab es einen kurzen Schauer. Diese Zuversicht hatten offenbar auch die Zuschauer, die dann trotz
Schuleinführung im Ort und in der Umgebung noch recht zahlreich erschienen waren.
Von der "Trabbitruppe, über "Freie Szene", Cross- und Juniorkarts, den " DM-Tourenwagen, bis zu den "Spezialcrossern" wurde ein volles Programm herunter gespult und die Zuschauer bekamen rundum trefflichen Motorsport geboten.
Klasse 5 und 6a
Natalie Straub setzt fort, was ihre ältere Schwester Sabrina bereits im Vorjahr eindrucksvoll demonstrierte, nämlich, das ein von Spitznagel gebautes Cross-Kart mit 2 CV - Motor die konkurrierenden Juniorcarts der neuen Generation nicht zu fürchten brauchen. Obwohl die
Kinderkrankheiten des Juniorcats von Willi Schulze aus Dorberlug Kirchhain weitgehend abgestellt sind, reicht es nicht, um an den "Blauen Blitz aus Hilzingen" heran zu kommen.
Johannes Söhl aus Jork wird immer besser, um die derzeit dominierenden Straub und Schulze zu gefährden, dazu langt es noch nicht. Trotzdem, es ist bewundernswert wie der
bislang Jüngste aller Autocrosszeiten cool seine Runden dreht. Ein neuer Iceman ?
Klasse 6c
Werner Hattig aus Aschaffenburg bekommt langsam Konkurrenz. War es in Gründau die schnelle Tanja Wallukat , so hatte Hattig in Ortrand Patrick Krüger aus der Nähe von Magdeburg stetig im Nacken. Bereits im Zeittraining war Krüger 39 (!) Sekunden schneller.
Im ersten Wertungslauf fiel der Aschaffenburger dan auch noch wegen Bruchs der Antriebswellengelenke aus und mußte Krüger den Sieg überlassen. Glück für Hattig, daß Krüger für seinen Sieg keine Punkte bekam und somit der Heat wie das "Hornberger Schießen" ausging. Im zweiten Wertungslauf zeigte Hattig dann, was eine Harke ist, aber wie schon gesagt, Krüger blieb immer auf Schlagdistanz. Nur ein kleiner Fehler von Hattig hätte gereicht, um Krüger das Vorbeikommen zu ermöglichen. Erfreulich, daß mit Andreas Kaune und Thomas Bock zwei weitere neue Gesichter in dieser Klasse aufgetaucht sind. Die fuhren zwar noch ein bischen hinterher, aber hier wächst mit Sicherheit ernst zu nehmende Konkurrenz heran.
Auch im Finale änderte sich an der bisherigen Rangfolge nichts. Noch ist Werner Hattig der absolute Platzhirsch. Der Einlauf: Hattig, Krüger, Bock und Kaune.
Klasse 1
Diesmal waren alle Starter in einer Gruppe unter zu bringen, aber die Trainingszeiten hatten schon gezeigt, daß Detzer offensichtlich gewillt war, den Führenden in der DM ein paar Punkte näher zu kommen. Erste Zielperson Marco Gebhardt.
1. Wertungslauf: Detzer gewinnt den Start und braust davon. Gebhardt liegt auf Platz 2 vor Kallauch,
Alexiewicz, Spaans, Thomas Schulze und Krautzberger. Dann im "Tal" ein Unfall.
Einer fährt auf den Wall und bleibt quer zur Fahrbahn stehen. Schulze bekommt sein Auto gerade noch zum stehen, da kracht ihm von hinten einer ins Heck. Das ist schon der zweite Totalschaden in dieser Saison für Schulze. Warscheinlich einer zuviel. Am Ende folgender Einlauf: Detzer, Gebhardt Kallauch, Alexiewicz, Spaans, Krautzberger mit nur 5 Runden und Rene Krüger mit 3 Runden Rückstand, aber immerhin noch in Wertung.
2. Wertungslauf: Wiederum gewinnt Detzer den Start und gibt Marco Gebhardt das Nachsehen. Thomas Alexiewicz ist Dritter. Er hat ein neues Fahrwerk eingebaut und bei ihm läuft es immer besser. Im Verlauf des Rennens muß er dann allerdings Ortrand's Lokalmatadoren David Kallauch vorbei lassen, aber keine Sorge, aus dem Jungen kann noch etwas werden. Viel Besonderes gibt es dann nicht mehr. Die Autos ziehen, wie an eine Schnur gereiht ihre Bahn, aber packende Positionskämpfe sind leider Mangelware.
Finale: Christoph Wanninger aus Höchststädt nutzt die Gunst der Handicap-Aufstellung.
Zwar geben sich alle, weiter hinten gestarteten Fahrer Mühe, aber Wanninger kann sich allen Angriffen erwehren und fährt sein rennen nach Hause. Kallauch, Spaans, Alexiewicz folgen auf den Plätzen. Detzer kämpft mit Gebhardt hinten um Platz 5 und 6 und behält letztlich die Oberhand. Gebhardt und Krautzberger belegen Platz 6 und 7.
Klasse 2
Drei Autos waren natürlich zu wenig um spannenden Sport zu demonstrieren. Bereits die Trainingszeiten hatten gezeigt, daß Rene Schlöffel im Suzuki keine Konkurrenz zu fürchten brauchte. Thomas Flemming aus Bergheim brachte zwar einen starken Audi an den Start, aber gegen Schlöffels Top-Fahrwerk konnte auch er nicht bestehen. Thomas Kunert aus Koitsch war leider auch nicht mehr als Mackulatur. So war die Angelegenheit relativ simpel. In den beiden Wertungsläufen und auch im Finale waren die Ergebnisse gleich. Schlöffel vor Flemming und Kunert. Natürlich super für den Thüringer, der sein Punktekonto für die Meisterschaft und auch für die Deutsche Autocross Trophäe weiter ausbauen konnte.
Klasse 3
1. Wertungslauf: Mit vier Fahrzeugen auch nicht gerade das, was man Bestbesetzung nennt.
Naumann gewinnt den Start, aber Markus Rausch und Carsten Schlöffel hetzen knapp hinterher. Wärend Naumann sich etwas absetzen kann entbrennt zwischen Rausch und Schlöffel ein harter Kampf. Leider gerät Schlöffel in der letzten Runde auf den Wall und Markus Rausch ist auf und davon. Auch Sabrina Straub, die noch nicht so richtig in dieser Klasse klar kommt kommt natürlich vorbei und kassiert 15 Punkte. Carsten Schlöffel bleibt
Die "Rote Laterne" und der Trost, zusammen mit Markus Rausch ordentlich etwas für das Publikum getan zu haben.
2.Wertungslauf: Auch im zweiten Lauf ist Daniel Naumann der Dominierende. Aber die beiden Kampfhähne Schlöffel und Rausch kämpfen wieder mit den Messern zwischen den Zähnen. Leider nicht vom Berichterstatter gesehen, muß Schlöffel einen Fehler gemacht haben, denn plötzlich ist Sauerbrey auf dem dritten Platz. Schlöffel versucht Wiedergutmachung und kämpft sich an Sauerbrey heran. Aber es nützt nichts. Schlöffel fällt nach 5 Runden aus und wird wiederum nur guter Vierter.
Klasse 4
1 Wertungslauf: Michael Straub witterte die Chance, hier weitere wertvolle Meisterschaftspunkte zu erreichen. Seine zwei Mitstreiter haben mit der Meisterschaft nichts mehr zu tun. Und so nutze er dann auch seine Chance und fuhr einen ungefährdeten Start- und Zielsieg heraus.
2. Wertungslauf: Nun waren es plötzlich vier. Tilo Richter, der sein Auto beim Training beschädigt hatte war mit der Reparatur fertig geworden und konnte so ins Geschehen eingreifen.
Leider währte die Freude nicht lange. Bereits nach der ersten Rund bekommt Richter keine Gänge mehr geschaltet, einmal noch beschleunigt der Wagen ein wenig, dann ist es ganz aus und Richter kurvt ins Innenfeld. Beim Start hat Torsten Paarmann diesmal aufgepasst und sich von Michael Straub nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Paarman, Straub, Richter heißt die Reihenfolge der Verbliebenden. Und das geht so bis ins Ziel.
Finale Autocross Spezialfahrzeuge
Mit Abstand das spannenste Rennen des Tages. Sauerbrey, Schlöffel und Sabrina Straub bilden infolge der Handokapregelung die erste Startreihe . Richter und Paarmann lauern dahinter. Dann die Herren Straub, Naumann und Rausch.
Sauerbrey gewinnt den Start, wird aber sofort von Carsten Schlöffel angegriffen. Beide liefern sich einen erbitterten Kampf. Paarmann liegt auf Platz 3, kann oder will aber nicht unbedingt zwischen die Mühlsteine der beiden Kampfhähne kommen. Michael Straub hält sich ebenfalls vornehm zurück und riskiert nicht das Letzte. Gleiches gilt für Daniel Naumann und auch Markus Rausch. Denen reicht es Sabrina Straub bis ans Ende des Feldes durchzureichen um dem Makel zu entgehen, von einem Mädchen geschlagen worden zu sein. Eine Zuschauerin
murmelte etwas, was wie "diese Machos" klang. Völlig falsch gnädige Frau, Autocrosser sind faire Sportkameraden und im richtigen Leben wahre Kavaliere.
Zusammengefasst kann man sagen, daß der MSC Ortrand eine gute Veranstaltung aufgezogen hat. Wenn auch die Nennungen der DM-Teilnehmer zu wünschen übrig ließen, war der Tag doch stramm mit Programm gefüllt. Zeitnahme und Bahndienst ließen keine Wünsche offen.
So war man auch im gesteckten Zeitrahmen und war mit Allem fertig, bevor der große Regen kam.
Eberhard Rast





