Saisonauftakt 2006 - 56 Starter in heißen Rennen
Petrus hatte es mit dem MSC Schlüchtern gut gemeint, denn der Sonntag präsentierte sich mit strahlendem Sonnenschein. Außerdem ließ auch das Fahrerfeld in Bezug auf Qualität und Quantität
keine Wünsche offen. Da auch die Bahn hervorragend präpariert war, hatte man also beste Voraussetzungen, für einen spannenden Renntag.
Der Vormittag gehörte dem freien- und dem Qualifikationstraining und am Nachmittag ging es dann zum ersten mal um DM- und DAT-Punkte in der Saison 2006.
Den Anfang machten, wie auch schon in den Vorjahren die Cross- und Juniorkarts.
Leider wurden hier, die Prognosen nicht bestätigt, denn an den Starterzahlen hatte sich gegenüber dem Vorjahr nichts verändert. Keine guten Aussichten dafür, daß es eine Wertung zur Deutschen
Junioren Autocross Meisterschaft geben wird und die Aussichten, daß die Erwachsenenklasse der Juniorkarts (Klasse 6c) einmal in die Deutsche Autocross Meisterschaft integriert wird, sind
ebenfalls geschwunden.
Klasse 6c
Im ersten Wertungslauf der Klasse 6c fielen dann auch noch die Herren Krüger, Schulze und Hattig aus, so dass die mit einer Tageslizenz fahrende Tanja Wallukat einsam ihre Runden drehte und
somit die Langeweile nicht zu überbieten war.
Im zweiten Wertungslauf hatte Werner Hattig seine gebrochene Hinterradaufhängung dann wieder repariert und zeigte sich in gewohnter Manier. Immerhin erreichte er in Runde 3 einen Schnitt von
71,4 km/h. Tanja Wallukat wurde mit 11 Sekunden Rückstand Zweite vor Stephan Schulze mit einer Runde Rückstand. Den gleichen Einlauf brachte dann auch das Finale.
Klasse 6a
Nachdem Sabrina Straub in die Klasse 3 aufgestiegen ist, war der im Vorjahr so erfolgreiche „Giftzwerg“ für ihre jüngere Schwester Natalie frei geworden. Papa Söhl hatte von Torsten Schulze
ein Juniorkart für seinen Filius Johannes erworben, also zwei neue Gesichter, denen sich „Altmeister“ Willi Schulze erwehren mußte. Beim ersten Start klappte bei Johannes Söhl irgend etwas
nicht mit dem Getriebe, jedenfalls hatten die anderen Beiden schon eine halbe Runde zurück gelegt, als ich denn auch sein Juniorkart vorwärts bewegte.
Am Ende hatte Willi dann gewonnen und Natalie und Johannes Erfahrungen gesammelt.
Im zweiten Lauf zeigte Natalie dann schon erste Erfolge. Der Abstand zum Sieger Willi Schulze betrug nur 3 Sekunden. Johannes Söhl hatte den den Drive noch nicht so recht gefunden, aber er
hat ja noch soviel Zeit. Im Finale lief es dann auch schon wesentlich besser, jedenfalls konnte der Abstand weiter verringert werden. Papa Söhl war hoch zufrieden und vor allem mächtig stolz,
als Johannes nach dem Finallauf seinen Preis empfing.
Klasse 1
Erfreulicherweise war diese Klasse sehr gut besetzt. Es wurden für den ersten Wertungslauf zwei Gruppen gebildet. In der ersten Gruppe setzt sich Lokalmatador Michael Elstner nach dem Start
an die Spitze, kommt aber nur als Dritter aus der ersten Runde und fällt kurz danach aus. Neuer Spitzenreiter ist Marco Gebhardt, dicht gefolgt von Mario Detzer.
Diese beiden können ihren Vorsprung ausbauen, aber um Platz 3 wird hart gekämpft. Thomas Schulz im Citroen AX und Heiko Ullrich mit dem Ford wollen es wissen.
Karl Heinz Baumgärtner konnte die Erwartungen zunächst nicht erfüllen und schied nach zwei Runden aus.
In Gruppe 2 kommt Vorjahresmeister Domenic Bendix am besten vom Start weg. Oliver Storz dicht hinter ihm. Die beiden können sich etwas absetzen, dahinter, wie an einer Perlenschnur, mit
jeweils 20 Metern Abstand das Feld.
Plötzlich Konfusion, die Spitzenreiter kommen langsam aus der Senke zu Start und Ziel.
Da unten hatte es gekracht und es erfolgte Rennabbruch. Im Gesamtergebnis der beiden Gruppen liegt nach gefahrener Zeit Oliver Storz mit dem Suzuki Swift an erster Stelle, es folgen Marco
Gebhardt, Mario Detzer, Domenic Bendix, Jens Mock, Rene Krüger, Thomas Schulz, Heiko Ullrich, Christoph Wanninger und Bernd Spielberger.
Im 2. Wertungslauf kann sich dann auch Michael Elstner besser in Szene setzen und wird Vierter. Auch Baumgärtner macht mir seinem 6. Platz etwas Boden gut. Die korrekte Reihenfolge:
1. O. Storz,
2. M. Gebhardt,
3. Jens Mock,
4. M. Elstner,
5. Thomas Schulz,
6. K.H. Baumgärtner,
7. Mario Detzer,
8. C. Wanninger,
9. B. Spielberger,
10. Rene Krüger,
11. D. Bendix,
12. Heiko Ulrich.
Dies versprach ein spannendes Finale: Hier zeigte K.H. Baumgärtner vom MC Kesseltal, dass er auch ein Wörtchen mitzureden hatte und gewann.
Marco Gebhardt Michael Elstner, Mario Detzer Heiko Ulrich, C. Wanninger, Th. Schulz und O. Storz hieß der Einlauf. Domenic Bendix schaffte nur drei Runden. Am neu aufgebauten Astra
offenbarten sich immer wieder kleine Unzulänglichkeiten.
Klasse 2
Aus der Mitte der ersten Startreihe gewinnt Rene Schlöffel den Start, Martin Fürst aus Kesseltal ist dicht auf. Wolfgang Schwarz aus Bremen hat den Start ziemlich verschlafen und befindet
sich am Ende des Feldes. Stephan Buck hält anfangs einen guten dritten Platz, muß aber nach 5 Runden ausscheiden. Schwarz kämpft sich von hinten wieder heran. Der Subaru von Wolfgang Faß
ist sein erstes Opfer. Dann versucht er es immer wieder, den bärenstarken Porsche von Hans Kirchhof zu packen. Aber der hat auf den geraden durch seine Power natürlich Vorteile. Ein spannendes
Rennen sieht den Zieleinlauf wie folgt: Schlöffel, Fürst, Kirchhof, Schwarz, Faß, Kern, Kunert, Kirchhof, Steffen und mit 1 Runde Rückstand Stephan Buck.
Der zweite Wertungslauf ist aus Zeitgründen, wie auch in allen anderen Klassen, auf 4 Runden verkürzt. Hans Kirchhof läßt richtig fliegen, aber auch der Subaru von Wolfgang Faß geht diesmal
blendend. Am Ende gewinnt Kirchhof vor Faß mit nur 0,75 Sekunden Vorsprung. Fürst auf drei, Schlöffel auf vier, Kern auf 5, Kunert auf sechs und Buck auf sieben. Wolfgang Schwarz einmal mehr
im Pech, nach 2 Runden mußte er seinen Golf III abstellen.
Im Finale sah man dann nochmals einen entfesselt fahrende Hans Kirchhof. Leider wurde er aus der Wertung genommen, da er sein Fahrzeug nicht im Parc Fermé abstellte.
Als Sieger und Platzierte des Finales wurden Wolfgang Faß im Ex-Mandel-Subaru, Martin Fürst, Thomas Kunert und Frank Kern geführt.
Klasse 3
Die Klasse 3 war erfreulich gut besetzt, so daß wiederum in 2 Gruppengefahren werden mußte.
In der ersten Gruppe dominierte Michael Küchens, der Gast aus Belgien. Sven Christmann’s von der MSG Bremen – Nord lag an dritter Stelle, aber sein Motor sandte als Zeichen ernstgemeinten
Protestes ordentliche Rauchwolken in den blauen Himmel. Damit war für ihn dieser Tag gelaufen. Markus Rausch wurde Zweiter, Frank Meinzl Vierter.
Die zweite Gruppe dominierte Christian Freischlad vor Dieselkämper und Schlöffel, Daniel Naumann wurde Vierter. Sabrina Straub absolvierte ein hervorragendes Debüt in der Seniorenklasse und
belegte den fünften Platz.
Im zweiten Lauf hatte sich das Feld dann ein wenig dezimiert. Christmann, Ropers und Söhl waren nicht mehr am Start. Christian Freischlad ließ sich von Michael Küches die Butter nicht vom Brot
nehmen und fuhr auf Platz 1. Michael Küches, Dieter Dieselkämper, Markus Rausch, Denis Gerkens, Daniel Naumann, Carsten Schlöffel, Sabrina Straub belegten die Plätze. Frank Meinzl mußte nach
2 Runden aufgeben, bekam aber auch noch Punkte.
Klasse 4
Mit acht Startern in der großen Klasse der Spezialcrossfahrzeuge konnte man mehr als zufrieden sein. Eigentlich hatte auch Denis Engel genannt, verzichtete aber auf einen Start, da einige
Neuheiten, die getestet werden sollten, nicht hielten, was man sich von ihnen versprach.
Im ersten Wertungslauf ließ Hermann Hinnenkamp mit dem Audi V-8 Motor natürlich nichts anbrennen. Obwohl Bernd Stubbe alles versuchte, ein Vorbeikommen gelang ihm nicht.
Auch Michael Budelmeyer aus Steir hielt noch gut mit, danach riß es aber etwas ab.
Vierter wurde also Erich Faul, vor Michael Straub, Marcus Märzendorfer, Peter Voß und Manuel Geiben aus Belgien.
Im zweiten Wertungslauf drehte Bernd Stubbe den Spieß um und ließ Hermann Hinnenkamp hinter sich. Dritter wiederum Michael Budelmeyer, dann Voß, Straub, Geiben und Erich Faul.
Finale Autocross-Spezialfahrzeuge
Es staubte gewaltig, als die 10 schnellsten mit Wahnsinnsgetöse vom Start wegbrausten.
Bange Sekunden in der ersten Kurve, ob die dicken Brocken, von hinten kommend nicht In die Vorderleute krachen. Aber alle haben aufgepasst und verhalten sich sportlich. Es geht alles gut.
Auch in den nachfolgenden Runden hat man den Eindruck, daß z.B. Hinnenkamp oder Freischlad, nicht mehr alles riskieren, um sich und anderen nicht den Garaus zu machen.
In den Wertungsläufen haben sie genug Punkte gesammelt, und müssen nicht unbedingt auch hier die maximale Punktzahl holen.
Alles in allem ein schöner, spannender Renntag. Bleibt zu hoffen, daß diejenigen Fahrer, die mit einer Tageslizenz gestartet sind, auch permanent an den acht weiteren Läufen zur Deutschen
Autocross Meisterschaft teilnehmen und sich auch in die Deutsche Autocross Trophäe einschreiben, um in den Genuss des ausgelobten Preisgeldes zu kommen.
Auf Wiedersehen in Klosterfelde am 14. Mai 2006 und zu Pfingsten in Gründau, wo Autocross und Rallycross zusammen veranstaltet werden.
Eberhard Rast





